Leistungen des Stadtteilmanagements

Ein Quartiersmanagement wurde im April 2007 zur städtebaulichen und sozialen Stabilisierung der Stadtteile Kappel/Helbersdorf erstmals eingerichtet. Mittlerweile gehören alle Stadtteile des ehemaligen Heckert-Gebietes, welches sich durch überwiegend mehrgeschossigen Wohnungsbau in industrieller Plattenbauweise auszeichnet, zum Fördergebiet des Stadtteilmanagements. Die Stadtteile Markersdorf, Morgenleite, Hutholz, Kappel und Helbersdorf erfuhren in den Jahren seit 1990 erhebliche städtebauliche Missstände und soziale Benachteiligungen infolge von Abwanderung, Überalterung, Zunahme benachteiligter Bevölkerungsgruppen, Wohnungsleerstand, Rückbau, unterbrochene Wegeverbindungen und ungenutzten Freiflächen. Trotzdem besitzen die Stadtteile noch gute soziale und wirtschaftliche Strukturen, wie günstige Verkehrsanbindungen, zahlreiche Kindertagesstätten, Einkaufsmöglichkeiten, Sportanlagen und viele Grünflächen.

Ziel des Stadtteilmanagements ist die Entwicklung nachhaltiger Stadtteilprozesse, um das Image und die Attraktivität der Quartiersgebiete zu erhöhen, die Lebenssituation der Bewohnerinnen und Bewohner nachhaltig zu verbessern und lebenswerte Räume für alle Generationen zu gestalten. Das Stadtteilmanagement versteht sich als Schnittstelle und Bindeglied zwischen der Bewohnerschaft, den Stadtteilakteuren (Vereine, Initiativen, Kindertagesstätten, Schulen, Begegnungsstätten usw.), den Wohnungsunternehmen und Gewerbetreibenden sowie der Stadtverwaltung. Es unterstützt die Verwaltung im komplizierten Prozess des Stadtumbaus und demografischen Wandels, befähigt die Bewohnerschaft und Stadtteilakteure zur Beteiligung an der Stadtteilentwicklung und vernetzt die vorhandenen Strukturen.


Schwerpunkte der wohngebietsbezogenen und bürgernahen Arbeit sind:

  • Herausgabe der Stadtteilzeitung „Südblick“, die aller drei Monate über aktuelle Ereignisse und Vorhaben berichtet und regionale Akteure sowie Projekte vorstellt und an öffentlichen Stellen erhältlich ist
  • Informationsverknüpfung bei städtebaulichen Entwicklungen: Vorstellung von Planungsvorhaben der Verwaltung einerseits und Berücksichtigung der Bürgerinteressen andererseits
  • Organisation von Bürgerforen zur frühzeitigen Beteiligung der Bewohnerschaft in der Stadtteilentwicklung, z. B. bei der Sanierung des Ikarus-Boulevards, für die Errichtung wohnortnaher Nahversorgung
  • Koordination der beiden Stadtteilarbeitsgruppen im Gebiet, in denen die Stadtteilakteure sich gegenseitig informieren, gemeinsame Vorhaben planen und Erfahrungen austauschen
  • Aufgreifen und Unterstützen von Bürgerinteressen und -initiativen z. B. Erhalt des Kunstbrunnens an der Sachsenhalle, Verkehrsberuhigung an der Straße Usti nad Labem, Herstellung von Wegeverbindungen am Helbersdorfer Hang
  • Aktivierung und Organisation von Selbsthilfe und selbsttragenden Formen des Bürgerengagements, z. B. im Redaktionsteam für die Stadtteilzeitung, bei der Pflege von Bürgergärten, beim Frühjahrsputz, zum jährlichen Stadtteilfest
  • Begleitung bürgergetragener Initiativen: u.a. thematischer Nachbarschaftsbrunch, der Fotoklub, Ikarus-Skat-Aktiv und die Kreativwerkstatt
  • Ermittlung, Aufbereitung und Pflege von Sozialraumdaten, z. B. durch Sozialraumanalysen, Bürgerbefragungen und -gespräche
  • Bewirtschaftung (Planung, Abrechnung, Kontrolle) des Verfügungsfonds: Förderung und Unterstützung von Projekten, die zur Aufwertung der Stadtteile von Bürgerinnen und Bürgern sowie den Stadtteilakteuren beantragt werden und deren Finanzierung aus dem Verfügungsfonds im Beirat entschieden wird
  • Mitwirkung am Runden Tisch für demokratisches Engagement im Stadtteil mit Aktionen zur Information und Sensibilisierung über rechtsextremistische Aktivitäten im Quartier
  • Mitarbeit in der Bürgerbeteiligungsplattform „Bürgernetzwerk Chemnitz – Süd“

Grundlagen für das Stadtteilmanagement:

  • InSEP 2002: Festlegung des Fördergebietes „Stadtumbau I – Die soziale Stadt“ auf überwiegende Teile des Heckert-Gebietes
  • Städtebauliches Entwicklungskonzept – Chemnitz 2020 (SEKo 2020) von 2009 und die darauf basierenden Gebietspässe von 2010
  • Anpassung Förderkulisse im Rahmen der Nachhaltigen sozialen Stadtentwicklung ESF im Fördergebiet „ESF – Chemnitz Süd“ von 2014