AWO Kreisverband Chemnitz und Umgebung e.V. ist betroffen von den Ereignissen der vergangenen Tage

Solidarität, Freiheit, Toleranz, Gleichheit und Gerechtigkeit sind wichtige Grundpfeiler im Leitbild unseres AWO Kreisverbandes. Umso mehr sind wir über die Chemnitzer Ereignisse am Wochenende und in den Tagen danach erschüttert.

„Wir verurteilen nachdrücklich jede Form von Gewalt, unabhängig davon, wer Opfer und Täter sind und sprechen den Angehörigen und Freunden des getöteten Chemnitzers unser Beileid und den Verletzten unser Mitgefühl aus“, sagt AWO-Geschäftsführer Jürgen Tautz. „Gleichzeitig finden wir es unerträglich, wie die Tat seitens einiger vor allem populistischer und rechtsradikaler Teile der Gesellschaft instrumentalisiert und ausgenutzt wird.“

Es ist für uns schwer vorstellbar, dass die Demonstrationen, wahllosen Bedrohungen und Übergriffe ein Trost für die Familie des Opfers sind. Gleichwohl zeigt sich in den Geschehnissen der Riss, der durch unsere Gesellschaft geht und der sich zuletzt in wachsendem Rassismus und alltäglicher Diskriminierung wiederspiegelt. „Demokratie muss das aushalten, hört man öfters in letzter Zeit und dass Meinungsfreiheit eine wichtige Basis unserer Demokratie ist“, fährt Jürgen Tautz fort. „Aber eine Grenze ist erreicht, wenn in verachtender und gewaltbereiter Form sich aggressive Kräfte gegen Menschen wenden, wie dies in den letzten Tagen in Chemnitz geschehen ist.“

Die lückenlose Aufklärung der Gewalttat in der Nacht vom Samstag zu Sonntag trägt hoffentlich dazu bei, dass sich die Stimmung beruhigt und die Ereignisse nüchterner betrachtet werden. Sie sollten aber auch ein Weckruf sein für die Bundes- und Landespolitik, dass pauschale Aussagen allein die Sorgen und Ängste der Bürgerinnen und Bürger nicht mindern. Im Gegenteil, z.B. der wochenlange Streit um die Asylpolitik zwischen den christlichen Regierungsparteien führt zu weiterer Verunsicherung der Menschen und stärkt die populistischen, rechtsradikalen und neonazistischen Kräfte in Deutschland.

„Wir als Wohlfahrtsverband wünschen uns, dass Menschlichkeit und Vertrauen in einer gelebten Demokratie wieder selbstverständlich werden. Auch damit kann populistischen und rechtsradikalen Strömungen in unserer Gesellschaft begegnet werden. Wir als Arbeiterwohlfahrt werden uns auch in Zukunft in ein hoffentlich noch breiteres zivilgesellschaftliches Bündnis für Demokratie und Menschenwürde in Chemnitz engagiert einbringen.“

Chemnitz, 29. August 2018

Kontakt: Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Chemnitz und Umgebung e.V.
Clara-Zektin-Straße 1
09111 Chemnitz

Jürgen Tautz Geschäftsführer
Tel.: 0371 6956 100
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Tanja Boutschek
Mitarbeiterin Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0371 6956 111
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