Während der Vorstellung des Positionspapiers der LIGA - v.l.n.r.: Angela Gronwaldt (Paritätischer Wohlfahrtsverband), Ulrike Ullrich (Volkssolidarität), Christine Enderlein (Arbeiter-Samariter-Bund), Jürgen Tautz (Arbeiterwohlfahrt), Hans-Rudolf Merkel (Stadtmission)

Am 11. August lud die LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege der Stadt Chemnitz zu einem Pressegespräch ein, um ihr Positionspapier zur künftigen Sicherung sozialer Arbeit vorzustellen. Das Thema war aktueller denn je, schließlich betreffen 40 % der geplanten Einsparungen den sozialen Bereich. „Kürzen allein ist keine Politik“ war dann auch die Kernaussage des Gesprächs.

„Wir wollen den schwarzen Peter nicht allein der Stadt zu schieben“, betonte AWO-Geschäftsführer und LIGA-Sprecher Jürgen Tautz zu Beginn des Gesprächs. „Aber wir wollen Denkprozesse anstoßen.“ Das diese dringend notwendig sind, zeigt sich an vielen Beispielen. So soll unter anderem für vier Begegnungsstätte in freier Trägerschaft die Förderung gestrichen werden. Gerade die Begegnungsstätte haben jedoch eine wichtige Funktion, nicht nur vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. „Wenn solche Einrichtungen geschlossen werden müssen, geht wichtiges Ehrenamtspotenzial verloren“ bringt es Ulrike Ullrich, Geschäftsführerin der Volkssolidarität Chemnitz, auf den Punkt. Unabhängig davon wird das Problem der Altersarmut in den kommenden Jahren zunehmen. Gerade Begegnungsstätte wie das Rembrandt-Eck der Arbeiterwohlfahrt bieten auch sozial schwächer gestellten Senioren einen Mittagstisch, Veranstaltungen oder eben einfach einen Ort der Geselligkeit.

In ersten Gesprächen der LIGA mit der Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und der Sozialbürgermeisterin Heidemarie Lüth sind kleine Schritte gemacht worden, um sich aufeinander zu zu bewegen. Besser wäre es gewesen, die LIGA wäre von vornherein in den Prozess der Vorschlagsfindung zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes eingebunden gewesen. Die endgültigen Entscheidungen über die Kürzungsvorschläge sollen jedoch erst am 22. September getroffen werden. Bis dahin wird die LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtsverbände unter anderem mit ihrer vom 23. bis 28. August stattfindenden „Aktion Perspektivwechsel“ und weiteren Gesprächen versuchen, Stadtverwaltung, Politik und Öffentlichkeit für die gesellschaftlichen Folgen der Sparpläne zu sensibilisieren bzw. ihre Auswirkungen abzumildern.